Die 60er Jahre

1962 wurde diese erste binationale, regionale Partnerschaft durch die Landesregierung von Rheinland-Pfalz und die höchsten politischen Repräsentanten Burgunds offiziell bestätigt und mit einem Urkundenaustausch feierlich proklamiert.

Die Partnerschaftsurkunde hat folgenden Wortlaut: „In Gegenwart des Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz und des Inspecteur de l’Administration en mission extraordinaire pour la 7ième région, Préfet de la Côte d’Or, sowie der Préfets de la Saône et Loire, de l’Yonne et de la Nièvre, beschließen die gewählten Vertreter der Bevölkerung der Departements, die den Wirtschaftsbereich Burgund bilden einerseits, und die Vertreter des Landes Rheinland-Pfalz andererseits, am heutigen Tage die Partnerschaft offiziell zu bestätigen, die bereits seit nahezu 10 Jahren besteht. Sie bekunden durch diesen feierlichen Beschluss ihren gemeinsamen Willen, einen wirksamen Beitrag für die Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich zu leisten und alle Maßnahmen zu ergreifen, damit die von Ihnen vertretene Bevölkerung sich besser kennen- und verstehen lernt und eine Wiederholung von Konflikten vermieden wird, unter denen sie in der Vergangenheit so hart gelitten hat. Um dieses Ziel zu erreichen, verpflichten sie sich, in allen Lebensbereichen, insbesondere auf kulturellem, wirtschaftlichem, sozialem und sportlichem Gebiet, den Austausch zwischen ihrer Bevölkerung anzuregen und zu fördern. Dabei werden ihre Bemühungen in erster Linie der Begegnung der Jugend der beiden Völker gelten. So haben sie die Gewissheit, dass sie den Interessen ihrer Bevölkerung sowohl bei der Erfüllung ihrer gemeinsamen europäischen Aufgabe gerecht werden und der Erhaltung des Friedens zwischen den beiden Völkern dienen.

Die Unterzeichnung des Dokuments fand im Rahmen des ersten rheinland-pfälzisch/burgundischen Parlamentarier- und Bürgermeistertreffens statt.

Die Unterzeichnung des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit (Elysée-Vertrag) am 22. Januar und Gründung des deutsch-französischen Jugendwerks im Juli 1963 bestätigten auf zwischenstaatlicher Ebene, wie richtig der Weg war, den Rheinland-Pfalz und Burgund bereits lange zuvor eingeschlagen hatten. In den folgenden Jahren erlebte die Bewegung ihren größten Zuspruch. Es war die Epoche des Aufbruchs der deutschen Jugend nach Westen, der Begeisterung für die Versöhnung mit Frankreich, der Begegnung mit dem Savoir-vivre.